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Das Mittelalter als Vorbild?

 

„…In diesem Zusammenhang möchte ich einmal anmerken, daß sich die Zeit des Mittelalters als Vorbildhintergrund in den Köpfen einiger Artikel- und Briefeschreiber festzusetzen scheint. Ich persönlich bin der Ansicht, daß sich die Besonderheiten des realen Mittelalters unmittelbar aus unserer christlichen Religion ergeben haben. Eine Welt, in der es viele verschiedene Götter und real wirkende Magie gibt, kann bestenfalls antiken Vorbildern gleichen. …“

Der obige Text entstammt einem Leserbrief aus der Zauberzeit 14, vom Dezember 1988.Obwohl er zur Zeit ziemlich genau 20 Jahre alt ist, denke ich, daß er nach wie vor aktuell ist, vielleicht sogar noch mehr als damals…

In diesen 3 Sätzen ist etwas zusammengefasst, das sich durch fast alle deutschen Rollenspiele zieht (und zweifellos durchaus weltweit gilt): Man nehme das Mittelalter, füge Zauberei und einen Haufen Götter hinzu, würze das ganze mit Monstern der lokalen (irdischen) Mythologie und fertig ist die neue Rollenspielwelt.Natürlich ist daran nicht schändliches, ist es doch das gängige Mittel um ein Rollenspiel mit einem nötigen Background zu versehen.

Allerdings sehe ich darin eines der Hauptprobleme, oder vielmehr eine der großen Möglichkeiten (immer positiv denken).Warum nicht eine wirklich neue Welt erschaffen?Eine Welt die augenscheinlich wie ein irdisches Mittelalter wirkt wird automatisch ein mittelalterliches Denken und Handeln provozieren und mittelalterliche Helden produzieren.Ich will damit nicht sagen, daß es schlecht ist auf einen mittelalterlichen Hintergrund der Welt zurückzugreifen. Im Gegenteil. Ich denke nicht das es sich überhaupt vermeiden lässt.

Aber mal ganz ehrlich, muß es denn immer gleich so vollständig sein? Midgard z.B. hat bei den Land- und Völkerbeschreibungen direkt mit angegeben welcher irdischen Kultur diese entsprechen. (Zugegebenermaßen beziehe ich mich auf ältere Editionen. Mit den neuen bin ich da nicht so wirklich vertraut.)

DSA hat praktisch das Mittelalterliche Feudalsystem Europas inklusive der Heraldischen Regeln unverändert übernommen und Al’Anfa kann man in praktisch jedem Errol Flynn Film sehen.

Wie gesagt soll das nicht bedeuten, daß man nun alles ändern muß. Das dürfte kaum möglich sein. Außerdem denke ich, daß es nicht viele Leute geben wird die einen blauen Tintenfisch-Magier oder einen Pferdeköpfigen Vogelmenschen spielen wollen.Aber ich denke das gewisse Änderungen in Maßen durchaus Sinn machen und zum Gefühl einer phantastischen Welt beitragen. Wo wir gerade bei Pferdeköpfen waren:

Ein Pferd ist in einem Heldenleben etwas völlig alltägliches. Ersetzen wir es durch, sagen wir mal einen großen Reitvogel, so bleibt die eigentliche Funktion erhalten. Aber das Bild der Welt in den Köpfen der Spieler wird sich grundsätzlich verändern.Und genau darum geht es. England im 12. Jahrhundert mit Zauberern und Drachen hat kaum noch etwas phantastisches an sich.Aber durch einige wenige Änderungen im alltäglichen Heldenleben entsteht eine völlig Fremde Welt in der praktisch alles möglich ist. Und was noch viel wichtiger ist: Es entsteht eine Welt in der die Helden (und vor allem die Spieler) praktisch alles für möglich halten und es akzeptieren.

Ein gutes Beispiel hierfür ist wieder einmal das von mir so gern zitierte (und immer noch ungerechterweise unterschätzte) DAS-Professional. Die Helden wurden hier in eine völlig fremde Spielwelt katapultiert und mussten feststellen das nichts so war wie sie es kannten.

Fremde Monster, seltsame Reittiere… alles hat sich für sie verändert. Und im selben Maße wie die Helden eine neue, fremdartige Welt kennenlernten taten dies auch die Spieler.

Worauf will ich nun eigentlich hinaus? Nun, ich denke das man mit einigen wenigen kleinen, und manchmal vielleicht auch größeren Änderungen enorme Veränderungen im Denken und Handeln der Spieler und damit der Helden erreichen kann.Es geht mir darum das phantastische Element wieder ins Rollenspiel zurückzubringen, es zu verstärken.Nicht mehr und nicht weniger.

Natürlich gilt für die Welt Scarlamos das selbe wie für das dazugehörende Regelwerk: Es ist nur der Versuch meine persönliche Sicht und Auslegung einer Welt darzustellen. Wie bei Regelwerk gilt: Ich gebe nur einen groben Rahmen vor…der Rest liegt allein bei euch…

 In diesem Sinne

Gehabt Euch wohl,

Euer

1SH1R0

 

1.12.08 00:28
 


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